Samstag, 26. Februar 2011

und nochmal Peloponnes





Wir verlassen heute den Peloponnes. Hatten in den vergangenen Tagen viele antike Orte besucht, Olympia, Mykene, Epidaurus, ein wahrer Luxus, allein im antiken Stadion von Epidaurus zu sein, einem der meist besuchtesten Orte Griechenlands- zwar bei strömendem Regen, aber doch ohne knipsende Japaner. Leider ist uns Asklepios nicht im Traum erschienen (die Voraussetzung für Wunderheilung!). Vielleicht brauchen wir ja gar keine!?!




Die Landschaft ist unbeschreiblich schön, karg, dazwischen leuchtende Blumen,Schaf- und Ziegenherden, immer wieder heftige Steigungen, atemberaubende Abfahrten, vom Navi produzierte Verirrungen auf winzigen Nebenstrecken mit plötzlichem 15% Anstieg, den wir mit gegenseitigem Schieben und Gepäck in Einzelteilen hochtragen bewältigen - und oben belohnt der Ausblick auf eine pittoreske Bucht. Urlaub ist schön!!!!!!!!!!







Meine Lieblingsbegebenheiten:
Alte Dame steht am versehentlich offen gelassenen Tor. Riesiger Hirtenhund blickt mich an. Wir überlegen beide was tun. Hund entscheidet. Springt hinter den Zaun um ganz fürchterlich zu kläffen

Nach den Erlärungen über unser Vorhaben in einer Bar der Mann an seine Frau gewandt: wen rufen sie an wenn sie in Schwierigkeiten sind? (wir bekommen ihre Tel.Nr).
Wo schaun sie TV??????????????

Peloponnes war wunderbar, das Schiff, das wir nach Kos nehmen wollten, fährt nicht (Wetter? Pleite?). Also fahren wir nach Paros, von dort soll es dann irgendwann weiter gehen...

Sonntag, 20. Februar 2011

Peloppones




Es ist schön und es ist hart!
Mittlerweile sparen wir wirklich an unserem Gepäck.
Jeden Tag fliegt wieder ein Kilo raus!!!!
Wir schaffen die steilen Anstiege mit dem mitgeführten Gewicht kaum.
Aber das Reduzieren des Gepäcks hat halt seinen Preis. Es geht einher mit Verlust an
Bequemlichkeit und Wohlbefinden.

Hier in Griechenland sind wir nun im Frühling angekommen!
Tagsüber steigen dieTemperaturen bis auf 18°C.
Bergauf fahren wir im kurzen T- Shirt.
Bei den Abfahrten wird es aber doch so kalt, dass wir wieder eine Jacke brauchen.
Wir sind von den verschiedenen Landschften des Peöoppones beeindruckt.
Er wirkt im zeitigen FRühjahr total anders als im Sommer, wo Alles ausgedörrt daliegt.
Um diese Jahreszeit wird man teilweise an Irland manchmal an Lappland manchmal an die Alpen erinnert.
Bereits ein paar km hinter Patras wird es ruhig- in den Bergen, abseits der Hauptstraßen allerdigs fast schon zu ruhig.
Die Beschilderung lässt zu wünschen übrig.
Ohne unser mitgeführtes Navi hätten wir Probleme- trotz drei verschiedener Karten, die allerdings auch mituntert drei verschiedene Ortsnamen und Straßenführungen anzeigen.

Mal zur Probe die letzten 24h:
Gestern abend müde von 80km und relativ vielen Höhenmetern kurz vor Sonnenuntergang das Zelt aufgebaut. Der Platz sieht gut aus- direkt neben einer alten Kapelle unter Olivenbäumen.
Fahren dann in das nächste Dorf.
Dummerweise liegt dieses auf einem Berg. Also noch mal Steigungen.
In der Dorfkneipe gibt es leider kein Essen, zum Glück wenigstens Chips und Bier und Fußball (griechischen) im Fernsehen.
Nachts ist dann allerdings unerwarteterweise 200 m neben unserem Zelt eine alkohollastige Feier.
Isabel schläft schlecht.
Schlafen dann aber trotzdem irgendwann.
Morgens ab 6:30 Ballerei wie im Bürgerkrieg. Es ist Jagdsaison in Griechenland.
Ca 120 Schüsse pro Minute, wohl hauptsächlich auf Singvögel, oder just for fun.
Starten bereits um 8:00!
Nach etwa 2h bekommen wir wenigstens Kaffee und Honigbrote. Um zum "Kafe" zu gelangen mussten allerdings ein paar 15- 20%ige Steigungen bewältigen.
Die Gegend ist gigantisch..... und wunderschön!!!
Rings um uns Gewitterwolken.
Diese erwischen uns aber glücklicherweise den gesamten Tag nicht.
Den ganzen Tag Rückenwind!
Ausser ein paar wenigen martialisch aus- und dreinschauenden Jägern treffen wir auf unserem kleinen Sträßchen niemanden.
Um nicht für Wildsäue gehalten zu werden ziehen wir sicherheitshalber unsere Warnwesten an.



Mittagessen fällt aus wegen Mangel an Restaurants, Getränke auch!
Die Teerstraße verlässt uns plötzich, und wir haben heftige Steigungen im Matschzu bewältigen.
Wissen auch nicht so genau wo wir genau sind und finden niemenden, den wir danach fragen können.


Nur dank Navi finden wir endlich einen uns aus der Karte bekannten Ort.
Sind nun mehr als den halben Tag im Sattel und wollen etwas zu trinken und zu essen.
Leider haben hier die Cafe`s sonntags geschlossen.
Aber eine nette Dorfbewohnerin versichert uns, dass wir in 15 min im nächsten Ort sind. Auf Nachfrage versichert sie , dorthin gehe es N U R runter.
Das stimmt für die ersten km. Dann geht es allerdings noch mal kurze 300 HM hoch. Nach bereits vorher 1000 über den Tag verteilt.
Wir leiden!!!!!
Finden dann aber zum Glück - unerwarteterweise- sowohl eine nette Unterkunft als auch eine Taverne.
Kein Zelt! Nachts ist es hier in den Bergen sehr kalt!
Der Tag ist gerettet.
Nur wir sind sooooooo tot!


Allerdings.....
Die Gastfreundschaft ist überwältigend.
Wir fragen, wo es etwas zu essen gibt.
Wir werden zu Speis und Trank von Niki eingeladen und müssen auch noch zum Frühstück kommen. Zahlen dürfen wir nichts!



Am nächsten Abend trinken wir einen Ouzo als Abschluss des Tages.
Als wir zahlen wollen...
"Hat der Herr am Nebentisch übernommen...."


Liebe Grüße aus Griechenland!



Sonntag, 13. Februar 2011

In Venedig zum Valentinstag!!!!



Es hat super geklappt!
Die gesamte Fahrt von München bis nach Venedig erwischte uns keine Schneeflocke, kein Regentropfen. Kaum sind wir zehn Minuten in unserem netten kleinen und wirklich bezahlbaren Hotel in Venedig angekommen fängt der Regen an.
In den letzten 8 Tagen haben wir nun 560km absolviert.
Wie schon geschrieben sind wir mit wirklich Null- Form gestartet. Nun merkt man doch erste Fortschritte.
Der Gürtel ist trotz häufiger Nahrungsaufnahme unsererseits deutlich weiter geworden und erfüllt seinen Zweck nicht mehr. Er braucht dringend neue Löcher.

Typische Frage:"Wie fit muss man eigentlich sein, um solch eine Reise in Angriff nehmen zu können?"
"Kommst Du mit dem Fahrrad zum nächsten Bäcker?"
"Klar!"
"Dann bist Du fit! Die Kondition kommt von allein. Hast jetzt schließlich genügend Zeit zum Training"




Unsere Räder laufen phantastisch. Keinerlei Probleme oder Pannen.
Wir freuen uns jetzt über jedes zurückgeschickte Kilogramm Ausrüstung.
Bisher gingen wir den großen Steigungen und Strecken mit vielen Höhenmetern eher aus dem Weg, aber die Furcht wird kleiner.

Ein paar Worte zur Reiseplanung und -durchführung:
Jeder Radreisende hat da so seine eigenen Ansichten und Theorien.
Die einen fahren mit so wenig Gepäck wie möglich und leben eher spartanisch.
Andere lehnen es ab auf solch einer Tour jemals ein anderes Fortbewegungsmittel als das Bike zu nutzen.
Mancher ist, allein schon dem geringen Budget geschuldet, genötigt stets im Zelt oder- nach Einladungen- privat zu nächtigen.
Ein jeder muss das auch für sich entscheiden.
Wir gehören eher nicht zu den Puristen!
Für unseren "Luxus" eines geräumigen Zeltes, dicken Schalfsäcken und Isomatten, reichlich Kochgeschirr und Verpflegung müssen wir dann halt an den Steigungen büßen.
Dafür haben wir keine Probleme damit, wenn es der Zeitplan oder unsere Laune erfordert auch einmal eine Fähre, einen Zug oder Bus zu nutzen.
Wir wollen niemandem etwas beweisen, sondern alleine für uns eine schöne Zeit verbringen.
So lange es nachts sooooo kalt ist schlafen wir gerne in Pensionen, B&B`s oder Hotels.
Eigentlich aber lieben wir das Zelten in der "Pampa" und sind nur ungern auf offiziellen Campingplätzen.
Die Fahrt nach Venedig war- ganz entgegen unseren anfänglichen Befürchtungen- ganz unkompliziert.
Ein großes Lob an dieser Stelle an die Italiener.
Sie haben wunderschöne Radwege an oder neben den Straßen gebaut. Etwa 2/3 der Strecke fuhren wir verkehrsarm oder -frei.
Um diese Jahrezeit waren wir die ersten und einzigen Reiseradler und wurden sehr freundlich von den heimischen Radlern und der restlichen Bevölkerung versorgt und umsorgt.
Selbst Autogramme durften wir schon schreiben. Sind darin aber gar nicht geübt.
Alles in Allem ein wunderschöner Anfang unserer Tour.
Dienstag mittag nehmen wir die Fähre nach Patras und freuen uns auf wärmere Tage und neue Abenteuer.



Und nun haben wir doch tatsächlich einen ganzen Tag in Venedig!
Sogar den Valentinstag!!!!
Wenn das keine perfekte Reiseplanung ist!!!!


Zudem sind wir in der Stadt des Marco Polo!!!
Wir diskutieren hier an dieser Stelle nicht, ob er denn auch wirklich in China war, oder Alles nur nach Hörensagen aufschrieb.
Wir fahren ganz einfach in seinen Spuren auf der Seidenstraße.
Und wie er beginnen wir diese Reise mit einer Bootsfahrt von Venedig aus.....







Mittwoch, 9. Februar 2011

Wir sind über die Alpen!!!

Erstaunlichermaßen ging die ganze Fahrt völlig problemlos voran.
Solch ein gutes Wetter hat man oft sogar nicht im Sommer.
Sonnenschein von morgen bis abends.
Noch keine Wolke am Himmel gesehen.
Ohne Handschuhe und Mütze Anfang Februar über die Alpen.
Unglaublich!!!!
Der gesamte Stress der Vorbereitungen hat sich in Luft aufgelöst.
Wir beide genießen die Fahrt.
Essen und trinken gut.
Fahren 5-6 h pro Tag mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von gerade 14 kmh.
Heute hat unser Freund Holger auf dem Rückweg von Verona gleich zwei Beutel Ausrüstung mit sich nach München zurück genommen.
Schaun wir mal, obs leichter wird....