Mittwoch, 30. März 2011

Libanon- Liebe auf den zweiten Blick









Wir haben es uns nicht leicht gemacht, der Libanon und wir!!!
Kurz vor Mitternacht landen wir nach 20 Minuten Flug ab Larnaca/ Zypern in Beirut.
Noch nie bekamen wir irgendwo so schnell Visa und Gepäck- incl. Fahrrädern und Anhänger.
Vor den südlichen Vororten Beiruts wird gewarnt.
Der Flughafen liegt im äussersten Süden Beiruts.
Es ist 1:30 und dunkel, und wir haben zu wenig Luft in den Reifen, und es ist Samstag und viele Betrunkene grölen uns ein herzliches "Hallo" zu.
Laut Navi sind es 9,1km bis zum Hotel.
Nach einer Stunde haben wir die Gegend erreicht. Finden aber unser Hotel "Cosmopolitan" nicht. Werden immer wieder zum Hotel Metropolitan geschickt, welches bekannt und in der gleichen Gegend ist. Selbst Taxifahrer meinen unser Hotel gäbe es nicht. Dank dreier freundlicher Leute, die unser Hotel telefonich kontaktieren erreichen wir schliesßlich gegen 2:30 das erst kürzlich eröffnete Hotel.
Am nächsten Morgen: grau verhangener Himmel. Verfahren uns. Landen in Shatila- bekannt durch das von Israel geduldete Massaker. Früher eine absolute "NO - Go - AREA". Eine solche gibt es im heutigen Beirut gar nicht mehr. Das gesamte Land hat seit Jahren eine extrem niedrige Kriminalitätsrate.
Der Krieg spielt sich heute auf der Straße ab!!!

Ausgerüstet von Mercedes, BMW, Porsche und Audi wird gefahren was das Geschoss hergibt.
Ein Graus!!!
Am nächsten Morgen versichert man uns der einzige Weg raus nach Byblos ( der am längsten ununterbrochen besiedelten Stadt der Welt) ginge über die Autobahn.
Anfangs 10- spurig!
Wir erreichen es unversehrt aber aufs äusserste genervt.
















Hier der Break!!!!

Eine Führung durch die Stadt und das antike Byblos öffnen uns die Augen für die Kultur und die Schönheit des Landes.












Wenn die Leute kein Steuer vor sich haben sind sie hochkultiviert und extrem freundlich, allen Sinnnesgenüssen freudig aufgeschlossen.....
Wir waren wegen Isabels Wirbelsäulen- OP in dieser Saison noch nicht Ski fahren.
Von der Küste sind es nur 40km bis ins Skigebiet von Mzaar in 1850m Höhe.
Wir schicken unser Gepäck voraus und genießen die Fahrt in die Berge.
Auf der Piste im Schneesturm sind wir alleine!!!!
Tiefschnee im Libanon Ende März..... ein Traum!

















Von hier geht eine Straße nach Baalbek- Weltkulturerbe!!!!
Leider wird diese, wegen des Schnees, erst Ende April freigegeben.
Wir beschließen über ZAHLE dorthin zu fahren, hören dann aber, dass am Tag zuvor gerade hier 7 estnische Radtouristen entführt wurden.
Die erste Entführung dieser Art seit 21 Jahren!Wir sind betroffen und wollen nicht in dieser Gegend weiterradeln, auch wenn wegen der Polizeipräsenz ein Risiko unwahrscheinlich wäre.
Wir fahren zurück nach Beirut und fahren erneut über Zypern in die Türkei.

Auf dem Rückweg finden wir die kleine Straße am Meer entlang, die es nun doch gibt.
Beirut im Sonnenschein: Eine Stadt voller Lebensfreude, Vitalität und Genuss.

Wir sind wehmütig, das Land zu verlassen....






































Montag, 28. März 2011

Mit dem türkischen Geheimdienst auf der Suche nach einem Bikeshop....

Wir waren mal wieder im Bus unterwegs, um die extrem reizlose Strecke an der östlichen Mittelmmerküste der Türkei zu verkürzen und von Iskenderum weiter an der Küste von nun an wieder schönen und verkehrsarmen Küstenstraße entlang zu radeln.

Nachdem beide Räder unschöne Geräusche von sich geben waren wir auf der Suche nach einem Fahrradgeschäft. Während Uwe in der Turist-Info nachfragt kommen 2 extrem gut gekleidete Männer, Maßanzug, Sonnenbrille, auf mich zu und zücken ihre glänzende Plakette: Turkish Police, wer wir sind, was wir machen, streichen um die Räder rum und verharren bei der libanesischen Flagge, die wir als Abstandshalter noch mit uns führen nachdem wir die Türkische Flagge verloren haben.

Es folgte eine intensive Untersuchung unserer Pässe und sämtlicher Stempel von jedem einzelnen, und das sind viele! Über Walkie Talkie wurde dann noch der 3.Mann angefordert, der dann auch ein paar Worte Englsch sprechen konnte.

Nachdem sie schließlich doch noch zur Überzeugung kamen, dass wir wirklich keinen Umsturz planen fragten sie nach unserem Problem, und sie nahmen sich jetzt dieses Problemes an. Es begann eine Odyssee durch sämtliche Radgeschäfte des doch recht großen Ortes. Wir mit den Rädern stets vom Geheimdienst escortiert.
Das kleine Problem war behoben. Unsere neuen "Freunde" wollten uns nun aber am liebsten gar nicht mehr allein fahren lassen und boten an uns die gesamte Küstemstraße zu begleiten.
Wir lehnten dankend ab und verabschiedeten uns dann doch recht schnell und freuen uns alleine am wunderschönen Ort Iskenderun..

Donnerstag, 24. März 2011

Änderung unserer Reiseroute

Berichte zu unserer Zeit im Libanon folgen demnächst.
Nachdem gestern eine Gruppe von sieben Radreisenden auf der Strecke von Damaskus über die Bekaa Hochebene entführt wurde, ändern wir unsere Pläne. Zwar war dies die erste Entführung seit 21 Jahren, trotzdem belasten uns diese Berichte,da unsere Route uns morgen exakt an der Stelle der Entführung vorbei nach Damaskus geführt hätte.Wir wollen keine Abenteurreise machen, sondern unsere Route so sicher wie möglich wählen.Da sich auch die Lage in Syrien zuspitzt werden wir morgen wieder den gleichen Weg über Zypern zurück in die Türkei nehmen und gegebenenfalls über die Türkei in politisch sichere Gebiete in Syrien einreisen.
Bisher fühlten wir uns im Libanon ausserordentlich freundlich empfangen.
Dies galt für Angehörige sämtlicher Religionen und politischen Richtungen.
Den Autoverkehr nehmen wir hiervon ausdrücklicklich aus!!!

Sonntag, 20. März 2011

Durchreise Zypern....


Mit einem Tag Verspätung wegen zweier ausgefallener Fähren erreichen wir nach 2 1/2 Stunden Überfahrt von Tusucu/ Türkei Girne in Nordzypern. Dieser "Staat" wird nur von der Türkei anerkannt. Für die anderen Zyprioten sind dies die "Occupied Areas".
Die Küste in diesem Teil von Zypern wird gerade mit Feriensiedlungen zubetoniert, in denen meist Engländer wohnen. Dürfen uns auf Linksverkehr und die halbrecherische Fahrweise auf Zypern einstellen.









Zum Glück finden wir dank unserer neuen englischen Freunde eine ruhige Straße über die Berge und einen Grenzübergang, der weder in unseren Karten vorhanden noch durch auch nur einen Wegweiser angekündigt wird












In Larnaca erwarten uns im Hotel ein Paket mit Nachschub und unsere Reisepässe mit Visa für die nächsten fünf Monate.
Ausser ein paar Einkäufen brauchen wir nur noch auf unseren Flieger nach Beirut zu warten.









Inclusive Fahrrädern und Handgepäck checken wir mit etwa 120kg ein.
Ein Dank an "Middle East Airlines", mit denen dies komplikationslos und ohne Mehrkosten zu bewerkstelligen war.










Grüße
Uwe