Mittwoch, 27. April 2011

IRAN ZUM ZWEITEN



Aus dem sonnigen Istanbul erreichten wir das kalte verregnete Van.
Ein Großaufgebot an Polizei und Militär  in den Straßen.
Vor unserer Hoteltür Wasserwerfer und Sondereinheiten mit Maschinenpistolen.
Kurz vor den Wahlen droht der Konflikt zwischen Türken und Kurden mal wieder zu eskalieren.
Wir verlassen die Stadt auf dem schnellsten Wege, und da die Straßen schneebedeckt sind mit dem Bus.
Über mehrere Pässe- der höchste mehr als 2700m hoch- erreichen wir die Grenze.
Diesmal geht alles gut, und schon nach 30min sind wir im Iran ohne dass auch nur ein Blick in unser Gepäck geworfen wurde.
Die Gegend ist so traumhaft schön, dass wir den Bus verlassen und sofort losradeln- Isabel nun in entsprechender Kleidung und verschleiert.
Von jedem werden wir auf das herzlichste empfangen.
Erstaunlich viele sprechen englisch und halten sich mit ihrer Meinung zum Regime in keiner Weise zurrück.
"Tell the people in your country: We are no Al Kheida and no terrorists"
Dies habe ich hiermit getan.
Nein es sind wirklich keine Terroristen, sondern Leute mit den gleichen Vorlieben und Vorstellungen vom Leben wie wir.
Und sehr herzlich.
Nach der ersten Nacht im Zelt bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt schlafen wir die 2. bei unseren neuen Freunden Rosa und Shahin.
Uns wird die ganze Stadt 0rumiyeh und die Umgebung gezeigt und wir werden gemästet.
Haben keine Chance auch nur einmal  unseren Geldbeutel zu ziehen.
Wir lernen viel über Kultur, Politik und Umgangsformen.
Eine selten erlebte Herzlichkeit.
Momentan sitzen wir bei heftigem Schneeregen in einem Kurort in den Bergen etwa 60km vom kaspischen Meer entfernt.
In einem so schönen Hotel fällt das Warten auf die angekündigte Wetterbesserung nicht schwer, "leider" klart jedoch gerade der Himmel auf und wir bepacken die Räder. Auf zu neuen Abenteuern!!!


































Donnerstag, 21. April 2011

Im Iran!!!!

v



Ja uns gefiel Kurdistan ausgesprochen gut!
Sowohl von der Bevölkerung als auch von der grandiosen Landschaft und endlosen Weite.
Wir wollen es bis zuletzt auskosten.
Am 19.4. müssen wir allerdings endgültig ausreisen, da sonst unser Visum die Gültigkeit verliert.
Von Van aus geht es durch eine fast menschen- (aber nicht schaflose) Landschaft....





zum erst am letzten Samstag mit großem Pomp und vielen Ministern eröffneten neuen (dritten) Grenzübergang Türkei/Iran Razi/ Kapiköy
Es ist nur noch ein 2300m hoher Pass zu bezwingen (hört sich gut an, aber Van liegt schon auf 1700m ünN). Störend ist allerdings der teils orkanartige Sturm. Allerdings nur wenn er von vorne kommt. Von hinten kommend schiebt er uns manchmal 5%ige Steigungen ohne eigenes Strampeln hoch. Gegen jede Radlerregel kommt er tatsächlich meist von hinten.
An der Grenze stehen hunderte von LKW`s. Die Fahrer bilden spontan ein Spalier und feuern uns an.
Wir sind die ersten Radler, die über diesen Grenzübergang fahren dürfen!!!
Ein grandioses Gefühl.

Ein paar Leute meinen, wir kämen leider nicht über die Grenze.
Quatsch!
Schließlich haben wir bei Polizei, Touristenbüro und der Botschaft Irans in Ankara zur Sicherheit auch noch nachgefragt.
Die netten türkischen Zöllner meinten denn auch, von ihnen her gebe es keine Probleme.
Aber die Iraner würden uns nicht reinlassen.
Wir versuchen es trotzdem.
Rollen über die Grenze in den Iran.
Nach 10m halten uns wirklich freundliche iranische Grenzbeamte an, schauen interessiert in unsere Pässe, schütteln den Kopf und reden mit uns in Farsi, welches wir leider genausowenig verstehen wie sie deutsch oder englisch.
Die Menschenmenge um uns dürfte millerweile etwa 200 Personen betragen.
Volksfeststimmung.
Der eine iranische Beamte telefoniert mit seinem Chef und zeigt 7.
Also wir sollen morgen um 7:00 Uhr kommen?
Ein freundlicher Kurde übersetzt- nein in sieben Tagen.
Wir diskutieren noch eine Weile, trinken Tee und erfahren, dass die Computer noch nicht eingerichtet sind.
Wir haben ein Problem!!!
Lediglich für die Bahnverbindung ist dieser Grenzübergang von jeher geöffnet.
Wöchentlich kommt hier jeweils nur ein Zug aus Istanbul und einer aus Damaskus. Am Bahnhof wird uns jeweils 10X versichert, dass heute einer fährt- oder dass sicher keiner fährt. Doch wir haben das Glück, dass heute um 22:00 tatsächlich einer fährt.
Mittlerweile sind wir nach wenigen Stunden mit allen Bahnbediensteten, Postlern, Grenz- und Zollbeamten befreundet und werden mit Speisen und Getränken versorgt.
Aus Blogs anderer Radler wissen wir, dass diese Züge auch mal 10h Verspätung haben, aber unserer kommt pünktlich!!! Die Zollformalitäten auf türkischer Seite sind schnell erledigt.
Wir haben einen ganz lieben Iraner kennen gelernt, der für uns alles übersetzt und managt, dass auch die Räder mitgenommen werden.
Alles ist verstaut - nur der Zugführer will noch mal unsere Pässe sehen: not valid - so ein Schmarrn, haben wir doch erst vor 3 Monaten ausgestellt -Visum finished - nein, bis heute ist die Einreise möglich - aber im Iran ist es 1,5h später, und wir erreichen die iranische Grenzzstadt erst um 0:50. Keine Chance, auch wenn sich die türkischen Zollbeamten für uns einsetzen. Der Zugführer hat das letzte Wort.
Unsere neuen Freunde bemitleiden uns, verstauen einen Teil unseres Gepäcks und unsere Räder bei sich daheim und verdonnern jemanden, uns wieder mit zurück nach Van zu nehmen.
Um 3:00 sind wir dort. Um 10:00 wissen wir, dass wir ein neues Visum brauchen. Erzurum:8h Bus oder Ankara oder Istanbul: jeweils gut 2h Flug (Van ist soweit von Istanbul entfernt wie München).
Also fliegen wir am nächsten Tag nach Istanbul, genießen die Großstadtstimmung mit Pasta und Cappuccino - und bekommen tatsächlich ein Expressvisum an nur 1 Tag!!!
Glück muss man haben!!!

(Bilder vom letzten Teil der Strecke zur iranischen Grenze sowie von Istanbul müssen leider folgen! Die Türkei blockiert sowohl den Blogspot als auch das Hochladen unserer Bilder in Picasaweb- und unsere Freunde Andi und Philipp, die uns sonst unterstützen sind im wohlverdienten Osterurlaub)



Edit: Und hier die versprochenen Bilder: