Dienstag, 24. Mai 2011

Es wird wieder!!!







Acht Tage lang haben wir uns jetzt jede Moschee, Medrese und jedes Mausoleum von Buchara und Samarkand angeschaut.
Vorher standen bereits Konya Urgench und Chiwa auf dem Programm.
Unsere allerbesten Freunde werden irgendwann einmal gestraft und müssen sich jede einzelne anschauen.
Mussten wir schließlich auch.
Was sollten wir sonst tun?
Momentan können wir bei aller Schönheit keine Moschee mehr sehen!!!!

Isabels Verletzung war hartnäckig und äusserst schmerzhaft.
Letzendlich ging sie auch tatsächlich in eine Klinik und ließ sich durchleuchten.
Seitdem sie weiss, dass nichts kaputt ist- die Rippenprellungen sind aber mindestens so schmerzhaft wie eine Fraktur- hält es sie nicht mehr.
Die Räder scharren mit den Hufen und wollen einfach nicht zu Citybikes mutieren.

Die 250km von Buchara nach Samarkand legten wir mit dem Zug zurück.
An Pünktlichkeit, Preis und Komfort kann sich die deutsche Bahn mal eine Scheibe abschneiden.


















Der nächste Grenzübergang nach Tajikistan ist aus unbekannten Gründen geschlossen, so können wir entweder einen Umweg südlich oder nördlich nehmen.
Haben uns jetzt gerade für die südliche Route entschlossen.
Ob wir vor Dushanbe, das wir in etwa 10 Tagen erreichen, noch mal ins Netz kommen steht in den Sternen...... also keine Sorgen.


Übrigens haben wir mittlerweile auch die ersten anderen Fernradler getroffen.
In Buchara die ersten seit München!!!!!











Mittwoch, 18. Mai 2011

Glück im Unglück!!!!







Irgendwann musste es natürlich mal passieren.
Bisher hatten wir keine Verletzung, keine Erkrankung.....
Nach 7300km hat es Isabel erwischt.
Bei 50°C in der Sonne und einigem schnellen Verkehrsteilnehmern wollte sie schnell zwischen 2 Betonabsperrungen durch, blieb mit dem Gepäck hängen, fiel und bekam dann auch noch den Lenker in die Rippen.
Schwere und schmerzhafte Rippenprellung!
Man sollte in allem auch irgendwo das Gute sehen.
Das hätte auch irgendwo in der Wüste passieren können.
Bei 50° ohne Schatten und der nächste Shop 40km entfernt wirklich kein Vergnügen!
Hier in Buchara wars einen km vom vorgesehenen wunderschönen Hotel entfernt passiert.
Viel Kultur gibt es hier zu erleben.
Und die erste Pizzeria ("Bella Italia") seit 2500 km, und man kann eine Weinprobe mit relativ trinkbaren usbekischen Weinen in gepflegter Atmosphäre genießen.
Mal schaun, wann sie wieder aufs Bike kommt.
Für die Fahrt nach Samarkand ist erst einmal der Zug vorgesehen.

zwischen dem ersten und zweiten von rechts ist`s passiert.





schöne Stadt


schönes Hotel



Grüße von Isabel und Uwe


Dienstag, 17. Mai 2011

Turkmenistan- "Strange"


 Auch uns ging es wie 98% unserer Leser.....
Bis zur Reiseplanung vor etwa einem Jahr.
Wo oder was ist Turkmenistan ???
Eine Gegend? Ein Land? Und wo genau?
Also, es  ist ein Land!
Reich an Rohstoffen.
Wie alle Länder dieser Region weit entfernt von demokratischen Verhältnissen.
Aber weder EU noch die USA stört dies besonders........ halt die wichtigen Energien und Rohstoffe.
Zudem hat dieses Land eine ausgeprägte Xenophobie!
Heisst sie mögen keine Fremden, die eventuell etwas unangenehmes berichten könnten.
Wir haben weder die Möglichkeit mit dem Handy ins Ausland zu telefonieren noch Mails zu senden.
Die einzige Möglichkeit dieses riesige Land zu bereisen ist mit Monate vorher bereits festgelegtem Routenplan und Guide/ Aufpasser oder mit einem 5 Tage Transitvisum.
Wir hatten letzteres, wollten um 7:00 in der früh an der Grenze stehen, aber Dauerregen hielt uns im Zelt fest.
Als wieder die Sonne schien und wir die letzten 30km zur Grenze hochgeradelt waren war es 11:20 Uhr.
Die Turkmenen hattenum 11:00 beschlossen die Grenze erst mal zuzumachen und auch unsere iranischen Freunde konnten uns nicht sagen, ob sie heute öffnen, oder morgen oder nächste Woche.
Wider Erwarten ging es bereits um 13:30 doch noch weiter, und innerhalb einer Stunde waren wir über die Grenze. (normal 3h)
Auch hier ohne eine unserer reichlich vorhandenen Gepäckstücke zu öffnen.
Allerdings:
Jeder iranische Offizielle verabschiedete uns mit Handschlag und Lächeln.
Auf der anderen Seite finstere Minen, es wurde nicht zurückgelächelt und der Sonnenschein im Iran wechselte innerhalb von 100m (zugegeben auf einem fast 2000m hohen Pass) in dichten Nebel.
Wo sind wir hier gelandet?
Eine 1500m Abfahrt bei Blitz und Donner in dichtem Nebl entschädigt uns bedingt,
Wunderschöne Natur.
Doch was ist das?
Wir erreichen die Hauptstadt Aschgabat.
Prunkalleen und Paläste.
Eine Mischung aus Disneyworld und Pyöngyang.
Dazwischen Paris, Rom und Moskau.
Kaum Verkehr an 12 spurigen Straßen aber an jeder Kreuzung mindestens 2 Polizisten und 4 Straßenreiniger. Kein Stäubchen hat eine Überlebenschance.
Kein Wegweiser, kein Straßenschild.
Garmin sei Dank finden wir doch ein Hotel.
Die restlichen 600km sind zuviel für 4 Tage.
Reiseveranstalter wollen bis zu 500 Dollar für die Fahrt durch die Karakul- Wüste.
Nach abenteuerlicher Suche finden wir den entsprechenden Taxistand Richtung Dashogus (wäre einen eigenen Blog wert), finden einen super netten cleveren Fahrer, der unsere Wünsche versteht so viel wie möglich selber zu radeln- ohne Gepäck durch Wüste und Kamele..... ein Genuss!
Für nur 100 USD.
Die uralte Stadt Konya Urgench ohne andere Touristen ein Genuss, und auch die Polizisten sind außerhalb der Hauptstadt nett, schenken uns Wasser und Kekse.
Die Turkmenen selbst sind natürlich auch sehr nette und anmutige Leute.
- Trotzdem fehlen uns schon hier unsere fröhlichen, lebenslustigen Iraner-
5 km vor der Grenze finden wir dann doch noch (Turkmenistans einzigen???) Wegweiser nach Usbekistan.
Der Grenzübergang auch rührend..... nachdem wir die wichtigsten Beamten an dieser wenig frequentierten Grenze geweckt hatten.
Mit Umarmungen und "Welcome in Turkmenistan!?!!" verlassen wir dieses ein wenig "strange" Turkmenistan...

















Sonntag, 15. Mai 2011

Iran ist anders


 Nur selten haben wir jetzt Internetzugriff- daher kommen die Berichte nun in größeren Abständen!
 Kaum ein Land hat uns je so fasziniert wie der Iran!
Wir denken jetzt nicht an die monumentalen Bauwerke, die großen Zeugen der noch größeren Vergangenheit.
Leider können wir auf Grund unserer durch das Turkmenistan-Visum begrenzten Zeit nicht von unserer Route abweichen .
Uns fehlt die Woche, die wir durch das abgelaufene Visum verloren haben.
Wir sind fasziniert von den Landschaften und den Menschen.
Wir durchfuhren fast menschenleere Hochebenen ,  Steppenlandschaften, Agrarland, dichte Waldgebiete,  finden unerwartet Reisterrassen und Teeplantagen, tauchten die Füße in die kalten Fluten des kaspischen Meeres, und nun wartet die Wüste auf uns.
Die Vorstellungen, die wir uns daheim von den Leuten im Iran machten entsprechen- zumindest hier im Norden- in keiner Weise der Realität.
Das Land scheint im Umbruch.
Die Weisheiten der Reiseführer sind oftmals Schnee von gestern.
Die jungen Frauen sind so schick gekleidet und geschminkt wie in den meisten Ländern.
Das vorgeschriebene Kopftuch verdeckt nur einen Teil der wallenden Haarpracht und wird sonst als modisches Accessoir eingesetzt. Der übergeworfene Mantel beruhigt die Moralwächter.
Isabel wird in die Gespräche selbstverständlich miteinbezogen und zum Abschied herzlich gedrückt.
Und selbstverständlich wird uns selbstgekelterter Wein und Schnaps aus der Wasserflasche angeboten - „Islamic Whiskey“.
Noch nie wurden wir so herzlich willkommen geheissen -  „Welcome to Iran!“„Thank you for visiting my country“ hören wir dutzende Male am Tag.
Wir bekommen geschenkt, was gerade mitgeführt wird: Getränke, Früchte, Gebäck, Glücksbringer.
Wir bräuchten weder Zelt noch Hotel noch Restaurant. So  viele Einladungen jeden Tag!! Aber manchmal wollen wir doch auch unsere Ruhe!!!
Wir schämen uns wenn wir bedenken, wie Fremde teilweise in Deutschland behandelt werden –wir geloben, nach unserer Rückkehr einen Tag auf dem Marienplatz zu verbringen und jedem Ausländer die Hand zu schütteln: „Danke für Ihren Deutschlandbesuch“
Auch beim Restaurantbesuch wird Geld zunächst abgelehnt, dies entspricht aber nur dem iranischen Ritual, etwas erst nach der 3.Aufforderung entgegen zu nehmen. Erst wenn die Hand zum Herzen geführt wird  ist die Einladung ernst gemeint, erfordert aber auch ein Gegengeschenk – nicht leicht bei unserem limitierten Radtaschengewicht und –volumen. (Wir versorgen uns mit Kugelschreibern, Halstüchchen etc.)
In den letzten 10 Jahren wurden von uns nicht so viele Bilder gemacht wie in der letzten Woche, meist ungefragt!!!
Erstaunlich viele Iraner sprechen englisch, wollen ALLES über uns wissen, kennen oft unsere Innenpolitik und die Tabelle der Fußball- Bundesliga.
Freunde der iranischen Regierung trafen wir keine. Erstaunlicherweise wird dies auch sehr direkt und unverblümt in aller Öffentlichkeit  kundgetan.
 Jetzt waren wir 2 Nächte in einer Viertelmillionenstadt, und jeder scheint die verrückten deutschen Radler zu kennen.
 Andere Touristen trafen wir außer in Täbris keine.
 Wir hatten einen Ruhetag , unser Gepäck  blieb im Hotel, und wir fuhren durch Reisfelder und Teeplantagen in die Berge.
Schönste Buchenwälder erinnerten dort an meine frühere Heimat in Oberhessen.
(Grüße an meine Calderner Freunde)
In 14 Tagen schaffen wir leider nicht die geplanten 2000km Iran.
Morgen überbrücken wir daher eine relativ langweilige Küstenstrecke per Bus.
Die nachfolgende Berglandschaft Richtung Grenze Turkmenistan ist gigantisch, eine Mischung aus Irland, Neuseeland, Nepal ……….
Ich glaube,  wir sagten es beim Abschied von jedem Land,  hier aber besonders:
Wir kommen wieder!